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2009

Internat. Pomologentreffen 2009 im Thurgau

Internationales Pomologentreffen 2009 am BBZ Arenenberg

Die Fructus (Vereinigung zur Förderung alter Obstsorten) führte am Wochenende ein Pomologen-Treffen mit dem Hauptthema „Birnensorten“ durch.

Bericht: ISABELLE SCHWANDER

Urs Müller, Obst- und Pflanzenschutzberater am BBZ Arenenberg, Vorstandsmitglied der Fructus und Birnenspezialist, organisierte, gemeinsam mit Klaus Gersbach, Präsident der Fructus, das Pomologentreffen 13.-15. Nov. 2009 in der Ostschweiz. Nebst dem fachlichen Austausch erhielten die Teilnehmer aus der Schweiz, Slowenien, Rumänien, Österreich, Frankreich und Deutschland Gelegenheit, praxisnahe Einblicke in obstverarbeitende Betriebe zu erhalten sowie wertvolle Sortensammlungen im Bodenseeraum zu besichtigen. Die Fachreferate standen ganz im Zeichen der Ziele „sichern, sammeln und nutzen“. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass Quarantäneorganismen und Virosen seit einigen Jahren den pomologischen Sammlungen schwer zusetzen. Zugleich geht die Schweizerische Kommission für die Erhaltung von Kulturpflanzen (SKEK) davon aus, dass über 90 % der Akzessionen mit verschiedenen Virosen verseucht sind. Eine Sanierung könne aus Kostengründen vorläufig nicht in Betracht gezogen werden. Zur Sicherung der Genressourcen sind alternative Erhaltungsmassnahmen wie Cyro-, in Vitro- sowie Absicherung im geschützten Treibhaus in Abklärung.

Informiert wurde auch über die Cyrokonservierung, das Einfrieren von ruhenden Apfelknospen und die anschliessende Lagerung in Flüssigstickstoff bei –1960C, als effiziente und kostengünstige Möglichkeit zur Erhaltung gefährdeter Apfelsorten. Da in der Schweiz bis jetzt kein Pflanzenmaterial cyrokonserviert wird, ist gegenseitige Kooperation und der Wissenstransfer mit jenen europäischen Ländern, welche diese erforschen, erwünscht. Urs Müller vermittelte den Teilnehmern die Bedeutung alter Birnensorten, deren Erhalt durch vielfältige Nutzung in Küche, Mosterei, Brennerei sowie in der kreativen Kulinarik möglich wird. Er hob feuerbrandresistente Sorten wie die Palmischbirne, die Karcherbirne und die Wilde Eierbirne hervor. Diese Sorten sind für den Erwerbsobstbau nicht interessant, sie eigneten sich für den Hochstammobstbau, so Müller. Die Obstproduktion in der Schweiz dürfte noch schwieriger werden: Mit dem hohem Qualitätsstandart in der Schweiz, sowohl bei Tafel-, und Mostobstprodukten, der Nähe zum Markt und Frische, sowie hoher Spezialisierung lokaler Produkte entstünden positiv stimmende Aspekte. Klaus Gersbach stellte fest, dass die alten Sorten, welche hohe Robustheit beweisen, wieder eingekreuzt werden. Die Erhaltung alter Sorten als Grundlage für die Züchtung bekomme im Hinblick auf die direkte Nutzung für künftige Herausforderungen wie Klimaveränderungen, der Verknappung natürlicher Ressourcen und neuen Krankheiten zusätzliche Bedeutung.



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