Mit der Ernennung zur Obstsorte des Jahres stellt  FRUCTUS seit 2008 jedes Jahr eine alte Obstsorte mit besonderen Fruchteigenschaften oder einer kulturellen Bedeutung ins Rampenlicht. Wir  erzählen ihre Geschichten und sorgen dafür, dass die fast vergessenen Sorten wieder gepflanzt werden können.

2018 die Hauszwetschge

Die Hauszwetschge wird im 17. Jahrhundert erstmals pomologisch erwähnt und entwickelte sich in Mitteleuropa zu einer grosse Sortengruppe mit unzähligen Typen. Die in der Schweiz bekannten Hauszwetschgentypen können nach den aktuellen Methoden genetisch kaum unterschieden werden. Grund dafür ist die hohe Selbstfruchtbarkeit und die genetische Stabilität der Hauszwetschge, deren Nachkommen sehr ähnliche Eigenschaften wie der Mutterbaum zeigen. Jungbäume konnten deshalb auf den Bauernhöfen nachgezogen werden und es entstand eine Fülle an Hofsorten, die perfekt an einen Standort angepasst waren, aber kleine Unterschiede in der Grösse, Farbe des Fruchtfleisches oder Geschmack zeigten. Im Lauf der Zeit erhielten vermeintlich „neue“ Sorten Namen wie Schöne von Bibern, Prune Eyholzer oder Blaue Zuckerzwetschge und andere. Sie gehören aber alle zur Sortengruppe Hauszwetschge

Die Kürung der Obstsorte des Jahres wurde gemeinsam mit dem POSAMENTER Projekt durchgeführt.

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Hauszwetschgen sind robust

2017 die Quitte

Die gelbe Frucht mit dem eigenwilligen Charakter und dem betörenden Duft ist in den letzten 25 Jahren aus den meisten Schweizer Feldobstgärten verschwunden. Für einmal steht deswegen nicht eine Obstsorte, sondern eine ganze Obstart zuoberst auf dem Treppchen.

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Ronda Quitte von der Eidg. Forschungsanstalt Wädenswil 1984
Bild aus Maur ZH Bachofen

2016 Schauenburger  

Steiler Aufstieg und rasanter Fall: Wie aus einem Souvenir aus dem Nahen Osten die wichtigste Kirschensorte der Schweiz wird und warum sie wieder verschwindet.

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Schauenburger K.Gersbach Fructus

2015 Wehntaler Hagapfel

In einer Mosterei entdeckt: Dem Einzug in die Feldobstgärten steht dieser aussergewöhnlich robusten Mostapfelsorte aus dem Wehntal ZH mit den ausgezeichneten Fruchtqualitäten nichts mehr im Weg.
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Wehntaler Hagapfel

2014 Alant

Rettung in letzter Minute: Kaum von FRUCTUS gesichert, ist der letzte Baum dieser sehr feuerbrandrobusten Apfelsorte aus Gondiswil BE einem Sturm zum Opfer gefallen.

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alant

2013 Prune de Chézard

Schweizer Zwetschgensorte mit Höhentauglichkeit: In der Region um Chézard NE wird diese robuste Sorte schon seit über 100 Jahren angebaut, gegessen und verarbeitet.

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Prune de Chézard

2012 Rote Gublernuss

Roter Kern in harter Schale: Der Zufallssämling aus einer rotkernigen Mutter und einem weisskernigen Vater lanciert die Produktion von Nusssorten, die von FRUCTUS in der Schweiz inventarisiert und selektioniert worden sind.

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Rote Gubler

2011 Schweizerhose

Gestreifte Schönheit: Aus einer Laune der Natur vor über 400 Jahren entstanden, ist diese Birnensorte aus Waldkirch SG das zeitlose und begehrte «Designerstück» unter den alten Obstsorten.

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Schweizerhose

2010 Schöne von Einigen

Das schwarze Gold von Wimmis: Aus Einigen BE stammen die fein gewürzte und bedrohte „Plüderkirsche“, der ideale Rohstoff für das traditionell hergestellte Chirschmues.

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Schöne_v_Einigen

2009 Sept en gueule

Die Kleinste ist für einmal die Grösste: Der Zwerg unter den Tafelbirnen wächst auf einem mächtigen alten Baum in Orges VD, hat ein exquisites Aroma und eignet sich zur Herstellung von Delikatessen.

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Sept_en _g

2008 Schneiderapfel

Starkes Fundament für viele Apfelsorten: seit 300 Jahren wird diese Sorte aus dem Kanton Zürich für die Bildung von Stamm und Kronengerüst eingesetzt, bevor die endgültige Sorte aufgepfropft wird. Aus den Früchten des Schneiderapfels lässt sich aber auch ein vorzüglicher Saft pressen.

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Schneiderapfel